Unsere Geschichte

Alles begann im Jahr 1878: Im damaligen Hotel du Lac trafen sich Getreidehändler, Müller und Bäcker zum ersten Mal zum wöchentlichen Austausch. Nach rund fünf Jahren zog man ins neu eröffnete Restaurant Flora um. An schönen Sommertagen fanden die Börsensitzungen sogar im legendären Floragarten unter freiem Himmel statt.

Was zunächst als lockeres Treffen begann, wuchs schnell zu einem bedeutenden Weizen- und Futtermittelmarkt heran. Müller und Händler aus der ganzen Zentralschweiz kamen regelmässig zusammen, ebenso 20 bis 30 Getreidehändler aus der gesamten Schweiz sowie Verkäufer aus Lindau und Friedrichshafen. Der Erste Weltkrieg brachte die Treffen zum Erliegen: Ein Grossteil der Teilnehmer stand unter den Waffen.

1921: Ein offizieller Neustart

Im Herbst 1921 wurden die Zusammenkünfte neu organisiert und die Getreidebörse Luzern offiziell gegründet, mit Sitz im Hotel Flora. Den Vorsitz übernahm Hans Dietrich aus Zürich, der 1932 von Franz Holdener aus Hochdorf abgelöst wurde.

In den folgenden Jahren wechselte die Börse mehrmals das Lokal: vom Restaurant Flora ins Hotel Metropol (heute Monopol), weiter ins Stadthaus und schliesslich für längere Zeit ins Hotel Raben. Luzern war damals ein lebhafter Börsenplatz mit einer Käser- und Obstbörse im Hotel Pfistern, einer Schweinebörse im Hotel Schiff sowie der Handelsbörse im Restaurant Stadtkeller.

1933: Umzug ins Kunsthaus

1933 wagte die Getreidebörse Luzern den nächsten Schritt und beantragte einen Umzug ins neue Kunst- und Kongresshaus der Stadt. Ein erstes Gesuch wurde vom Stadtrat abgelehnt, mit dem Argument, dem Wirt des Hotel Raben dürfe kein Verdienstausfall zugemutet werden. Erst als die Verlegung nach auswärts drohte, lenkte die Stadt ein. An der Generalversammlung vom 17. Dezember 1933 stimmten 156 Mitglieder dem Umzug ins Restaurant Kunsthaus zu. Dort blieb die Getreidebörse bis 1995, als Abbruch und Neubau des Kunst- und Kongresshauses einen erneuten Umzug ins Hotel Monopol nötig machten.

1995 & 2006: Zusammenwachsen

Ebenfalls 1995 fusionierten die Getreidebörsen Zürich und Bern zur Schweizer Getreide und Produktebörse. Die Getreidebörse Luzern entschied sich damals für die Selbständigkeit, pflegte aber eine enge und freundschaftliche Beziehung zur Schwesterorganisation.

Ab 2005 kamen erste Gespräche über eine mögliche Zusammenlegung auf. Im Dezember 2006 war es so weit: Beide Organisationen stimmten an ihren Generalversammlungen der Fusion zur neuen Schweizer Getreidebörse Luzern zu.

2026: Neufirmierung

An der Generalversammlung 2026 wurde einstimmig beschlossen, den Namen zu Schweizer Getreidebörse zu ändern.